Moor Weissenberge

Weitere Naturschutzgebiete

Bei vielen Schutzgebieten im Kanton besteht Aufwertungsbedarf. An dieser Stelle will Pro Natura Glarus auf einzelne dieser Gebiete hinweisen und deren Zustand aufzeigen.

Schutzgebiete in Not

Sogar in Schutzgebiete von nationaler Bedeutung stellen wir einen schleichenden Verlust der Artenvielfalt fest und für einige dieser Gebiete sind noch immer keine Schutzbestimmungen erlassen. So zum Beispiel für das Mürtschental und die Moorlandschaft im Schwändital. Wie bei allen Moorgebieten im Kanton bestehen auch hier Konflikte zwischen dem Schutz der Moorflächen und weiteren Biotopen und der landwirtschaftlichen Nutzung. Sei es durch eine zu intensive Nutzung oder auch durch illegal erstellte Bewirtschaftungswege und andere bauliche Eingriffe. Es wurden in den vergangenen Jahren auch nur wenige Aufwertungsprojekte umgesetzt. Dem gesetzlichen Auftrag des Erhaltes und der Förderung der national wichtigen Gebeiete ist der Kanton bisher nicht in genügendem Masse nachgekommen.

Niederriet - Relikt in der Linthebene

Niederriet, Moorstichsee © Fridli Marti
Niederriet, Moorstichsee

Das Niederriet ist ein Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und eines der wenigen verbliebenen Moore im Talgebiet des Glarnerlandes. Eingezwängt zwischen intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen ist das Gebiet einem zu hohen Nährstoffeintrag ausgesetzt und von Austrocknung bedroht. Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Erhebungen von Flora, Fauna und Hydrologie haben gezeigt, dass grosse Beeinträchtigungen bestehen. Der Schutz des hydrologischen Systems und die Ausscheidung von Pufferzonen sind für die Erhaltung des Niederriets von elementarer Wichtigkeit.

Im Frühling 2018 hat der Regierungsrat die neuen Schutzbestimmungen verabschiedet, in welcher viele Verbesserungen gegenüber dem heutigen Zustand umgesetzt werden. Die Pufferzonen sind aus Sicht der Verbände zum Teil aber nicht gesetzeskonform ausgeschieden.

Mürtschental - ein Mosaik von kleinen und grossen Biotopen

Mürtschental © Markus Bissig
Mürtschental

Das Mürtschental ist ein Moorgebiet von nationaler Bedeutung und ist Teil des UNESCO Welterbegebietes Sardona. Die zu intensive landwirtschaftliche Nutzung führt immer wieder zu Beeinträchtigungen der Flachmoorflächen. Schutzbestimmungen sind noch nicht umgesetzt. Es handelt sich um eine der wenigen Alpgebeite, welche nicht motorisiert erreichbar sind.

Schwändital - Moorlandschaft von nationaler Bedeutung

Boggenmoor © Fridli Marti
Boggenmoor

Das Schwändital ist eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Nach jahrelanger Pause werden seit 2018 wieder grössere Aufwertungsmassnahmen umgesetzt, um der Austrockung des Boggenmoors entgegenzuwirken. Die Schuzverordnung ist noch nicht in Kraft. Auch in diesem Gebiet werden immer wieder nicht bewilligte Wegbauten festgestellt.

Wildruhezonen

Hirschkuh © Marco Banzer
Hirschkuh

2017 hat der Kanton Glarus die vom Bund geforderten Wildruhezonen ausgeschieden. Sie bezeichnen diejenigen Gebiete, welche für Gämse, Steinbock, Rothirsch und vor allem auch die Raufusshühner (Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn und Alpenschneehuhn) wichtig für Balz/Brunft oder Brut/Setzen und Aufzucht sind. Die Ausscheidung wurde nötig, da in den vergangenen Jahrzehnten die Störungen der Tiere im Winterhalbjahr durch den Menschen und seine vielfältigen sportlichen Tätigkeiten stark zugenommen haben.

In einem breit abgestützten Mitwirkungspozess wurden die vorgesehenen Gebiete 2009 – 2011 intensiv diskutiert. Daran beteiligt waren neben den Umweltverbänden auch der SAC und die Gemeinden. In der dann 2017 verabschiedeten Version waren dann allerdings praktisch keine bestehenden Skitourenrouten gestrichen und auch keine Gebiete mit totalem Betretverbot ausgeschieden. Dies, obwohl sich die Beteiligten des ersten Mitwirkungsprozesses genau auf eine solche Reduktion geeinigt hatten. Die Verbände hatten sich eine griffigere Lösung erhofft.

Obschon die vom Regierungsrat erlassenen Wildruhezonen die Anliegen des Tourismus bereits übermässig berücksichtigt, formierte sich aus Kreisen der Bergführer massiver Widerstand. Dieser mündete in einen Memorialsantrag zur Reduktion der Wildruhegebiete. 2020 wird die Landsgemeinde darüber befinden müssen, ob ihr der Schutz der Wildtiere oder Einzlinteressen wichtiger sind.

Hüttenböschen-Seeflechsen

Hüttenböschen-Seeflechsen © Fridli Marti
Hüttenböschen-Seeflechsen

Die grosse Zahl an Erholungssuchenden, die an jedem sonnigen Tag im Schutzgebiet Hüttenböschen anzutreffen sind, zeigt die Attraktivität dieses Raums. Im Gebiet sind verschiedene Naturwerte zu finden, meist Reste der früheren Riedlandschaft der Linthebene. Der Nutzungsdruck ist jedoch sehr stark.

Pro Natura Glarus hat vor einigen Jahren den Vorschlag eines Aufwertungsprojektes ausgearbeitet, welcher jedoch bisher nicht umgesetzt werden konnte.

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