Quellen und ihre bedrohten Lebensräume, Foto: Jan Ryser

Quelle - bedrohte Unbekannte


Quellen sind besondere Wasserlebensräume. Sie bieten am Übergang vom Grundwasser zum Fliessgewässer einzigartige Bedingungen für eine spezialisierte Flora und Fauna. Das austretende Wasser ist sauerstoff- und nährstoffarm und weist eine konstante kühle Temperatur auf. Dank diesen besonderen Verhältnissen findet man rund 100 spezialisierte Tierarten aus den bekannten Gruppen der Schnecken, Amphibien, Flohkrebse , Libellen, Eintags-, Stein-und Köcherfliegen.

Stark bedrohte und vergessene Lebensräume

Im Kulturland werden Wasseraustritte konsequent gefasst, eingedolt oder in Drainageröhren abgeleitet. Das Trinkwasser in der Schweiz wird zu 40% aus Quell-, zu weiteren 40% aus Grundwasser und zu 20% aus Oberflächenwasser gewonnen. Im Mittelland sind nur noch sehr wenige Quellgebiete in einem natürlichen Zustand.Quellwasser wird als Trinkwasser für Menschen und Vieh verwendet oder im Alpenraum neu auch für Beschneiungsanlagen genutzt. Deshalb sind viele Quell-Lebensräume verschwunden, stark beeinträchtigt oder zerstört worden. Fauna und Flora erlitten dort grosse Verluste, da sie nicht auf andere Lebensräume ausweichen können. Es ist darum nicht erstaunlich, dass rund 70% der Quellspezialisten als gefährdet auf der Roten Liste geführt werden.

Quellen im Glarnerland mit Freiwilligen kartieren

Quellen in den Alpgebieten sind besonders gefährdet Foto: Jan Ryser Jan Ryser
Quellen in den Alpgebieten sind besonders gefährdet

Der Bund will im Rahmen des Pilotprojektes «Dem Wert des Wassers auf der Spur» (Aktionsplan Biodiversität) gemeinsam mit den Kantonen das Wissen über die bedrohten und zu wenig beachteten Quell-Lebensräume verbessern. Auch im Kanton Glarus ist das Wissen über den Zustand der Quellen ungenügend. Der Handlungsbedarf ist besonders gross, weil weiterhin Quelllebenräume zerstört oder beeinträchtigt werden. Das Bewusstsein für deren grossen Wert fehlt oft. Das von Pro Natura Glarus lancierte Projekt möchte dies ändern. In Zusammenarbeit mit Freiwilligen, Kanton und Gemeinden sollen die Quell-Lebensräume kartiert und deren Zustand erfasst werden. Angestrebt wird ein kantonales Verzeichnis der Quell-Lebensräume. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse über Zustand, Verbreitung und nötigen Schutzmassnahmen sollen in eine zentrale geführte Datenbank einfliessen. Eine Sensibilisierungungskampagne begleitet das Projekt.

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