Projekt Wegränder Orchideen

Wegränder - verkannte Kleinode

Wer im Frühling oder Frühsommer mit offenen Augen durch den Wald spaziert, kann an den Wegrändern so manche botanische Seltenheit entdecken – bis sie durch frühes Mähen zerstört werden. Pro Natura Glarus setzt sich für eine angemessene Pflege des wertvollen Lebensraums Wald-Wegränder ein.

Wertvolle Lebensräume

Ein Spaziergang Anfang Juni im Glarner Wald. Blühende Raritäten und geschützte Pflanzen kann man an vielen Wegrändern entdecken. Zwei Wochen später: die Wegränder sind auf 3-4m Breite vollständig abgemäht - von den geschützten Pflanzen ist keine Spur mehr da. Muss das so sein?

Zu früh, zu tief, zu undifferenziert

falsch gemähter Wegrand © Barbara Fierz

Strassenränder sind oft Flächen mit einer erstaunlichen Artenvielfalt. Zudem können sie durch ihre Lage der Vernetzung anderer artenreicher Lebensräume dienen. In den letzten Jahren stellen wir leider eine Intensivierung der Mahd entlang von diesen Wegen fest, an Strassen, aber vor allem auch im Wald und an Waldrändern.

Immer häufiger werden grosse Mähbalken eingesetzt mit einer Schnittbreite von nicht selten bis zu 4 Metern. Auch wird oftmals so tief geschnitten, dass auch der Wurzelbereich aufgewühlt wird. Sowieso: Eine Mahd dieser wertvollen Flächen bereits im Mai oder auch Juni ist in den meisten Fällen viel zu früh. Einerseits weil dann viele Insekten auf dieses Blütenangebot angewiesen sind, anderseits weil die Pflanzen diese Zeit für ihre Reifung und Versamung brauchen.

Unterhalt unbestritten – doch sollte er wesentlich später und differenzierter erfolgen

Auch nährstoffarme und damit artenreiche Standorte wie Wegränder benötigen Pflege. Aktuell erfolgt dieser Unterhalt jedoch an vielen Orten deutlich zu früh und zu aufwändig – und vor allem nimmt er zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der geschützten Pflanzen. Mit einem angepassten Unterhalt könnten die Glarner Gemeinden die Aufgabe des Schutzes wertvoller Pflanzenstandorte erfüllen und damit die Artenvielfalt fördern.

Pro Natura Glarus nimmt sich der Problematik an

Pro Glarus Glarus will bei den Gemeinden eine Differenzierung der Pflege erreichen, welche dem Schutz der Biodiversität Rechnung trägt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Amphi­bi­en­te­iche

2010 konnte Pro Natura Glarus im Rahmen eines Bundesförderprogrammes…

Projekt

Trock­en­mauern

Wer kennt sie nicht: die Trockenmauern, die vielerorts…

Projekt

Sanierung Wei­de-ros­te

Weideroste verhindern, dass Kühe ihre Alpweide verlassen.…

Projekt